Teil 05

Machen wir einen Sprung von 1985 nach 1997. Die Gemeinde setzte im Zusammenhang mit 800 Jahre Langensteinbach das ganze kommunale Ortsspektrum in die Verantwortung, gebührenden Anteil an der Bewältigung dieses Jubiläums zu nehmen. Eine Teilnahme am historischen Markt mit entsprechend gestaltetem Outfit war eine logische Folge für den TTC, zumal Erfahrungen an Teilnahmen von Straßenfeste ja ausreichend vorhanden waren.

Das Stichwort Historie regte in den TTC-Köpfen weitere Gedanken und Ideen an:

Bei den Berlinern, die im Jahre 1900 in dem Café am Viktoria-Luise-Platz einkehrten, gab es ein verwundertes Kopfschütteln. Das Innere bot einen seltsamen Anblick: Wo sonst unter einer blauen Tabakwolke die preußische Innenpolitik diskutiert wurde und eilfertige Kellner den Kaffee servierten, jagten jetzt schwitzende Gäste hinter einem kleinen Ball her, der auf einem Tisch inmitten des Raumes muntere Sprünge vollführte. Ping-Pong nannten sie ihr Spielchen und Ping-Pong-Café nannte sich auch das Restaurant, das sportlichen Fortschritt und gastronomisches Interesse so geschickt verband“

(Auszug aus 2. Kapitel des Büchleins von Dr. Hans Eckert – Die Welt des weißen Balls, 1954)

Das war der erste Leitgedanke für die Architektur unseres Ping-Pong-Café’s. Damit unternahm der TTC im Rahmen des Jubiläums einen Versuch, die Jedermann-Tradition der 70er und 80er Jahre zum Wiederaufleben zu bringen. Parallel hierzu gab es vereinsinterne Bemühungen, die Eigenarten der aus dem Schachsport bekannten Turnierform „Schweizer-System“ über PC-Tabellenkalkulation für den Tischtennissport in den Griff zu bekommen. Als das halbwegs geklappt hatte, war die Stunde gekommen, mit einem Turnier nach dem Schweizer System die „Turnierausrichter-Produktion“ zu riskieren. 23 Jedermänner/-frauen boten sich hierfür hervorragend als „Versuchskarnickel“ an. Dem Bild des „Sportlichen Fortschritts und gastronomischen Interesses“ sind wir damit bestmöglich nahe gekommen. Die TTC-Verwalter hatten eigentlich keine Bedenken, warum es nach erfolgreichem Start mit den Jedermänner/-frauen im Folgejahr nicht weitergehen sollte. Bis heute ungeklärt kam das Ende im Mai 1998 wegen fehlender Teilnehmerresonanz dann doch abrupt.

 <<800 Jahre Langensteinbach>>